Herren Wanderschuhe im Test!

Gerade beim Bergabgehen machen sich zu kleine Schuhe bemerkbar – und blaue Zehennägel drohen. | Foto: Bergzeit

Vorne drückt es, hinten zwickt es und irgendwie sitzt er einfach nicht angenehm – wir alle kennen dieses Gefühl, wenn der frisch gekaufte Schuhe einfach nicht bequem sitzen will. Doch gerade ein unangenehmes Gefühl bei jedem Schritt kann einem die Atmosspähre beim Spazieren vermiesen. Deshalb haben wir für Sie die besten Wanderschuhe getestet!

Feste Bergstiefel sind meist weniger riskant, da durch den stabilen Aufbau ein Rutschen des Fußes nach vorne verhindert werden soll. Sind die Schuhe groß genug, sollten die Fußnägel eigentlich nicht blau werden.

Platz 1 Lowa Herren Vantage GTX Mid Trekking

„Zum Trekken, Wandern oder auf Hüttentouren ist der Vantage GTX Mid von Lowa der perfekte Begleiter“. Dem stimme ich voll und ganz zu! Ich halte das sogar für untertrieben, denn der Anwendungsbereich kann sicher noch um einiges in Richtung höhere Lagen und kühlere Breiten gedehnt werden. Gerade im hochalpinen und weglosen Gelände kommt die Robustheit bei gleichzeitig erstaunlicher Beweglichkeit erst voll zur Geltung. Außerdem steht die Tauglichkeit des Vantage GTX Mid für Nässe und Schnee (bei richtiger Pflege auch über lange Zeit) außer Frage und die Konstruktion ist steif genug, um auch mal Stufen in Schnee- und Firnfelder treten zu können. Für Steigeisen ist der Schuh zwar offiziell nicht vorgesehen, doch wenn die Riemenbindung beim Probelaufen verlässlich sitzt, spricht aus meiner Sicht nichts gegen den Einsatz des Schuhs auf leichten Hochtouren.

Platz 2 Hanwag Alaska GTX

Testbericht zum Hanwag Alaska GTX. Der bayerische Wander- und Bergschuhhersteller Hanwag feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Noch nicht ganz so alt, aber immerhin schon seit 17 Jahren im Programm des Bergschusters ist der Trekkingstiefel Hanwag Alaska GTX. Zum Jubiläum stellen wir Ihnen diesen Klassiker der Kollektion vor.

Heute ist Hanwag einer der ganz großen, wenn es um Berg- und Trekkingschuhe geht. Produziert wird aber sympathischer Weise immer noch im Oberbayerischen. Einer der wohl bekanntesten Modelle ist der Hanwag Alaska GTX – seit nunmehr 17 Jahren der Klassiker unter den Trekkingschuhen.

Hanwag Alaska GTX robust und bequem

Auffällig zuerst die Höhe des Schuhs. Der Hanwag Alaska GTX ist deutlich höher geschnitten als der übliche Berg- oder Trekkingschuh. Somit bietet er einen hervorragenden Halt – ohne das sich die Höhe beim Tragen negativ bemerkbar machen würde. Erstaunlich eigentlich, aber der hohe Schaft schmiegt sich angenehm um den Knöchel und trägt sich auch nach Stunden im Gelände immer noch äußerst bequem. Hanwag kategorisiert den ALASAKA GTX als B/C-Schuh. Somit bietet er sich ebenso für eine Tour mit schwerem Gepäck bei der Trekkingtour durch Nepal wie auch als Bergstiefel bis hin zu leichten Klettersteigen an. Der Hanwag Alaska GTX gibt auf jeder Tour den optimalen Halt, dafür muss es nicht gerade Alaska sein, auch im Anaga-Gebirge oder bei einer Rucksacktour auf dem Rothaarsteig ist der Trekkingstiefel in seinem Element. Einzig der Tiefzughaken Alaska GTX benötigt zur besseren Fixierung des Knöchels etwas mehr Kraftaufwand.
Aber nochmal zurück zur Bequemlichkeit. Nach den ersten Kilometern macht sich mal wieder der Hanwag-Effekt bemerkbar: muss man andere Schuhe oft erst mühsam einlaufen, sitzen seltsamerweise Hanwags meist von Beginn an perfekt am Fuß. Nach einigen Kilometern mehr, die inzwischen auch längere Strecken über Asphaltpisten beinhalten, fragt man sich, wie ein Trekkingstiefel derart bequem sein kann. Irgendjemand schrieb einmal, das der Alaska GTX nicht zum leichten Wandern geeignet sei – völliger Unsinn. Nachdem man ihn einmal getragen hat, will man ihn auch auf kurzen Touren nicht mehr missen.

Der Alaska GTX – guter Grip und klasse Dämpfung

Selbst auf härtestem Untergrund rollt der Hanwag Alaska GTX trotz der steifen Vibram® Fuora-Profilsohle hervorragend ab und die Auftrittsdämpfung kann überzeugen. Die Sohle bietet den nötigen Grip, so dass auch leichte Klettereinlagen kein Problem sind. Natürlich bringt er etwas mehr Gewicht auf die Waage als ein leichter Trekkingstiefel, das lässt allerdings der bequeme Trekkingleisten rasch vergessen.

Hanwag ALASKA GTX am Berg

Auffällig auch, das der Alaska GTX kaum Nähte aufweist und sozusagen aus einem Guss wirkt. Gefertigt wird der Schuh in der „Reduced Seams“-Bauweise. So wird der Schuh mit möglichst wenigen Nähten hergestellt. Nähte sind grundsätzlich immer Schwachstellen und wenig Nähte bedeuten somit längere Haltbarkeit, aber auch weniger Druckstellen. Der Blattschnitt ist nicht nur zeit- sondern auch kostenintensiv, da nur große Stücke besten Leders auf diese Weise verarbeitet werden können. Für eine lange Lebensdauer sorgt beim Hanwag Alaska GTX zusätzlich der vorne hochgezogene und von Hand aufgetragene Geröllschutzrand.

Der Alaska GTX wird zusätzlich zum hochwertigen gewachsten Nubuk-Leder durch ein GORE-TEX®-Futter vor Regen geschützt. Trotz Membran bietet der Hanwag Alaska GTX aber ein hervorragendes Klima. Selbst in der Hitze des Calimas an den Südhängen der Caldera de las Cañadas sorgt das Air-Pulse-System für trockene Füße. Wer trotzdem lieber einen Schuh ohne GORE-TEX®-Membran trägt, kann auch zum Hanwag YUKON greifen. Bewertung: Abschließend lässt sich feststellen, dass der Hanwag Alaska GTX nicht umsonst zahlreiche Preise gewonnen hat und heute als Referenzmodell gilt. Er ist robust, gibt auch unter härtester Belastung optimalen Halt, trägt sich nach langen Strecken – sogar auf Asphaltpisten – unglaublich bequem und bietet ein optimales Klima. Wer also einen Allrounder sucht, der sowohl auf der Trekkingtour durch raues Gelände und schwerem Gepäck als auch in den Bergen ein treuer Begleiter wird, sollte zum Hanwag Alaska GTX greifen. Absolut empfehlenswert!

Platz 3 Adidas Swift R2 GTX


Nach seinem berühmten Konkurrenzkampf mit Bruder „Puma“ war der Erfinder und Visionär Adi Dassler und sein Unternehmen nicht mehr zu bremsen… nach athletischen Goldmedaillen und Weltrekorden verhalfen 1954 die Schraubstollen von adidas der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu einem historischen WM-Sieg gegen die als übermächtig geltenden Ungarn. Vorherzusehen waren diese Erfolge sicherlich nicht, als der „Chef“ in der Waschküche seiner Mutter mit dem Tüfteln begann.

Auch dass er ein Unternehmen gründen würde, das bis heute als treibende Kraft der Industrie nicht mehr aus der Sportlandschaft wegzudenken ist, war vor knapp 100 Jahren nicht abzusehen. Seine Schuhe, das von ihm aufgebaute Unternehmen und dessen Markenzeichen, die 3-Streifen, sind mittlerweile bei fast jedem großen Sportereignis auf der Welt vertreten. Seine Erfindungen werden noch immer analysiert, als Meilensteine anerkannt, und nicht selten auch kopiert. Der Ursprung all dessen, ist ein einfacher Wunsch: für jeden Sportler nur das Beste herzustellen.

Die Familie TERREX

McTREK Outdoor Sports beschränkt sich ausschließlich auf die Outdoor bezogene Terrex Familie. Mit dieser Serie versorgt adidas nun bereits seit einigen Jahren die Wander- und Trecker-Szene, gleichzeitig aber auch jeden, der sich in seiner Freizeit gerne draußen aufhält, egal bei welchem Wetter. Diese Schuhe sind im Großen und Ganzen an die Modelle in „3-Streifen-Optik“ angelehnt, werden allerdings gleichzeitig jedem ambitionierten Wanderer gerecht. Die führenden Modelle hierbei waren bisher der Fast R und der Swift (R) – jeweils in der Halbschuh- und Mid-Version für Damen und Herren.

adidas Swift R2 GTX Halbschuh im Alltags & Freizeit-Test

Getestet auf leichten Wanderungen, Spaziergängen und dem Radfahren während des Frühjahr 2018

Bisher war der leichte und stabil-griffige „adidas SWIFT“ seinem großen Bruder „Fast R“ optisch zum verwechseln ähnlich. Im Grunde waren diese beiden schlichten Modelle (bspw.: core black) lediglich durch den Namensaufdruck und die Sohle zu unterscheiden. Während die Sohle des stabileren Fast R aus einem Continental Gummigemisch gefertigt wurde, war die SWIFT-Sohle eine Eigenproduktion aus dem Hause adidas. Der Tester „adidas SWIFT R2 GTX“ vereint nun beide Modelle. Im neuen SWIFT wurde eine überarbeitete Continental-Sohle untergebracht. Sie enthält zwar nicht die aktive Stabilisierung „Formotion“, bietet aber dennoch ein sehr erstaunliches Maß an Grip und stabilem Halt.

adidas hat hierbei wirklich „auf das richtige Pferd gesetzt“ – diese Kooperation von Schuh- und Gummihersteller schafft einen perfekten Partner fürs Gelände bei jedem Wetter: Der Oberschuh und die EVA gedämpfte Innensohle bieten eine leichte, robuste und bequeme Hülle, die über das Speed-Lacing Sytem komfortabel zu schnüren ist. Die Basis hierzu bildet die Continental-Traxion-Sohle. Eine sehr solide Verarbeitung und diverse, bis ins kleinste durchdachte Extra-Features runden das Gesamtpaket des Terrex Allrounders ab.

  • leichtes, atmungsaktives Ripstop-Obermaterial aus Mesh
  • TPU-Overlays für mehr Halt und Strapazierfähigkeit
  • wasserdichte und atmungsaktive GORE-TEX® Membran
  • Speed-Lacing System für schnelles Schnüren und passgenauen Sitz
  • Lace Bungee zur Fixierung der Schnürsenkel
  • vorgeformte TPU-Zehenkappe für mehr Schutz
  • Gewicht: 350 Gramm (pro Schuh in Größe 42 2/3)

Der Swift R2 GTX in Action

Im Alltags- und Freizeittest in der freien Natur sowie auf Straßen und per Rad bestätigt sich wie selten der oben beschriebene erste Eindruck bzw. die Vorerfahrungen mit Vorgängermodellen:

Dieser Schuh macht nicht nur seinem Namen alle Ehre, denn er will mit deinem Träger „geschwind“ raus ins Gelände. Sehr leicht am Fuß und mit sicherem Halt auf jedem Untergrund, ganz gleich, ob trocken oder nass und zu welcher Jahreszeit, fühlt sich der Läufer wohl!

Das Wetter und die Jahreszeiten greife ich bewusst auf, da wir in diesem Frühjahr (März 2018) ja gefühlt bereits das gesamte Jahr durchlebt haben und der adidas SWIFT R2 GTX war mir hier stets ein guter Begleiter. So haben mich Komfort, Passform und Grip sowohl bei frühlingshaften Radtouren als auch beim Rodel ziehen hervorragend unterstützt.

Fazit

Im Leben ist es immer ratsam, sparsam mit seinem Vermögen umzugehen. Wer jedoch an der falschen Ecke geizt, der kann mitunter fiese blaue Zehnägel als Dank ernten. Deshalb werden wir bei unserem Equipment nur das Beste empfehlen, auch wenn wir dafür etwas tiefer in die Tasche greifen müssen!